Radeln auf dem Holzweg

Vom Baum zum Schrank – die kfd St. Martin Sendenhorst mit dem Fahrrad unterwegs

Bei strahlendem Sonnenschein und angenehm mildem Herbstwetter startete die Frauengemeinschaft der kfd St. Martin Sendenhorst am letzten Oktoberwochenende zu der Radtour „auf dem Holz-Weg“. Pünktlich um 12.30 Uhr machten sich die Teilnehmerinnen auf den Weg nach Albersloh zum Hof von Burkhard Schulze Dernebockholt, wo sie herzlich empfangen wurden.

Der Forstwirt begann seine Führung in einem Waldstück, das vor vier Jahren neu aufgeforstet wurde. Anlass für diese Neuanpflanzung war der Borkenkäferbefall, der die dortigen Fichtenbestände stark geschädigt hatte. Schulze Dernebockholt erläuterte anschaulich, welche Maßnahmen seitdem ergriffen wurden, um den Wald wieder aufzuforsten und widerstandsfähiger zu gestalten.

An einer weiteren Station erklärte der Waldbesitzer, wie wichtig regelmäßige Pflegearbeiten bei jungen Bäumen sind. Diese benötigen viel Licht, um kräftig wachsen zu können. Daher müssen sie von konkurrierendem Bewuchs freigeschnitten werden – eine Arbeit, die Geduld und fachliches Wissen erfordert.

Zum Abschluss führte Schulze Dernebockholt die Gruppe zu einer besonderen Sehenswürdigkeit seines Waldes: einer rund 300 Jahre alten Eiche, die stolz und mächtig ihre Äste in den Himmel streckt. Auf dem Weg dorthin wies er die Radlerinnen auf historische Grenzwälle hin, die noch heute die alten Grundstücksgrenzen sichtbar machen und einen Einblick in die jahrhundertealte Nutzung der Landschaft geben.

Nach dem informativen ersten Teil der Tour ging es für die Radfahrerinnen weiter zum Sägewerk Münsterland ehemals Brinkschulte zwischen Sendenhorst und Albersloh. Seit dem 1. Juni diesen Jahres ist Lukas Hessing Pächter des Betriebs und führte die Teilnehmerinnen fachkundig über das Gelände.

Die Damen erfuhren, dass das Sägewerk die unterschiedlichsten Holzsorten verarbeitet. Das Holz wird von spezialisierten Auftraggebern nach Sendenhorst geliefert, wo die Stämme je nach Kundenwunsch gesägt und gelagert werden. Nach der Lagerung wird in der modernen Trocknungsanlage die Restfeuchte aus dem Holz entfernt – ein entscheidender Schritt für Qualität und Haltbarkeit. Besonders beeindruckt waren die Besucherinnen davon, dass im Sägewerk Baumstämme mit einem Durchmesser von bis zu 1,80 Metern verarbeitet werden können.

Zum Abschluss der Radtour stand noch ein weiterer spannender Halt auf dem Programm: der Besuch beim Tischlereibetrieb Bartmann + Westmeier in Sendenhorst. Hier hießen Reinhard und Heike Westmeier die Radfahrerinnen herzlich willkommen. Herr Westmeier stellte verschiedene Materialien vor, die in seiner Werkstatt zu hochwertigen Möbeln verarbeitet werden, und führte anschließend durch die Produktionshallen.

Dort konnten die Teilnehmerinnen die unterschiedlichen Arbeitsschritte der Möbelherstellung kennenlernen – vom Sägen, Hobeln und Fräsen über das Aufbringen von Furnieren bis hin zum Lackieren. Der Betrieb verfügt über eine Vielzahl moderner, teilweise computergestützter Maschinen, mit denen präzise gearbeitet werden kann. Unter anderem entstehen hier auch Preise für den Adventskalender der Bürgerstiftung.

Zum gemütlichen Abschluss gab es noch ein kleines Schnäpschen und ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten. Die Teilnehmerinnen waren sich einig: Diese Radtour bot einen äußerst interessanten Einblick in die Wertschöpfungskette „Holz“ – vom Baum im Wald bis zum fertigen Möbelstück.